WORD UP!

Episode 1 – 4

Kuratiert von Hayat Erdoğan

Mit PRICE aka Mathias Ringgenberg (CH), Jacques Rancière (FR), Daniel Oliver (UK) und James Massiah (UK)

Die Serie WORD UP! vereint Performance, Poesie und Philosophie. Das WORT im Fokus, verfolgt und erweitert WORD UP! den Gedanken des DOING THINGS WITH WORDS (Austin). Eingeladen sind Künstler/innen und Philosoph/innen, die sich durch ihren einzigartigen Ausdruck und ihr radikales Denken auszeichnen. Sie eröffnen neue Welten, alternative Sichtweisen und faszinierende Horizonte.

WORD UP! vermischt die Grenzen zwischen Performance, Poesie und Philosophie; die Grenzen zwischen High and low Art, zwischen dem Alten und dem Neuen. Die international etablierten und aufstrebenden Künstler/innen und Philosoph/innen der Serie WORD UP! sind beides: Denker/innen und Poet/innen, Künstler/innen und Philosoph/innen, Lehrer/innen und Performer/innen, Musiker/innen und Kritiker/innen. So singulär ihre Arbeiten und Praktiken sind, gibt es etwas weiteres, das sie gemeinsam haben: Die ästhetisch-kritische Inszenierung und das Handeln mit dem Wort. Das Das Wort als welt-bildende und welt-reflektierende Komponente spielt eine wichtige Rolle in den Werken der Künstler/innen und Philosoph/innen, das sie in unterschiedlichen Genres und Formaten einsetzen.


WORD UP! untersucht die Wahrheitseffekte des WORTES, die immersive Kraft der Poesie, den Blick und visuelle Handlungen als Sprechakte, die Performativität von Sprechakten, die Möglichkeiten alternativer Wissensproduktion, die Radikalität des Denkens, den Zauber, Rituale sowie rhetorische Beschwörungen performter Wörter.

Biographien

Hayat Erdoğan (*1981 in Stuttgart/DE, lebt in Zürich/CH)

ist Dramaturgin, Dozentin für Performing Theory & Arts in Context im Masterstudiengang Theater an der Zürcher Hochschule der Künste und Doktorandin an der Kunstuniversität Linz bei Prof. Dr. Robert Pfaller. Sie arbeitete als Übersetzerin und Dolmetscherin, als Autorin u.a. am Schauspiel Stuttgart, als Dramaturgin u.a. an der Schaubühne Berlin und war Mitarbeiterin im Künstler- und Forscherkollektiv International Institute of Political Murder – IIPM. Von 2010-2015 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Masterstudiengang Theater an der Zürcher Hochschule der Künste. 2014-2016 leitete sie das künstlerische Stadt-Forschungsprojekt Polytropos – Dada on Tour im Connecting Spaces Hong Kong/Zurich. Seit 2014 ist sie Kommissionsmitglied in der Theaterförderung Stadt Zürich.

 

Mathias Ringgenberg aka PRICE (*1986 in Rio de Janeiro/BR, lebt in Zürich/CH)

ist ein multidisziplinärer Performancekünstler, der mit Live-Performance, Musik, Video und Installation arbeitet. In seiner Arbeit untersucht er die emotionalen Bedingungen des zeitgenössischen Lebens sowie ihrer Auswirkungen und stellt Fragen nach Identität innerhalb eines desorientierten Zeitalters, das durch Globalisierung, Neo-Liberalismus und der zunehmend zentralen Rolle des Internets – in der Gestaltung von Kommunikation, Emotionen und Themen – geprägt ist. Während er die Sprache der zeitgenössischen Massenkultur aus Pop-Musik, Reality TV und Social Media-Plattformen benutzt, erörtert PRICE die sozialen Einwirkungen und emotionalen Nachwirkungen der ständigen Vermittlung des Selbstseins, welche die gegenwärtige Generation kennzeichnet. Der Charakter PRICE glaubt an queere Anonymität.
Präsentationen (Auswahl): 1.1 Space for Zeitgeist, Basel; Centre for Contemporary Art, Warschau; Centre Culturel Suisse, Paris; Le Bourg, Lausanne; Le Commun, Genf; Vrankrijk, Amsterdam; STUK Theater, Leuven; Rosa Brux, Brüssel; Human Resources; Los Angeles, DIANA artspace; Los Angeles; Theater Arsenic, Lausanne; Helmhaus, Zürich; KARMA International, Zürich.


Jacques Rancière (*1940 in Algier/DZ, lebt in Paris/FR)

ist französischer Philosoph und Professor für Philosophie. In seiner philosophischen Arbeit reflektiert er über Konzepte des politischen Diskurses, wie Ideologie oder Proletariat. Er stellt die Frage, ob der unauflösbare Widerspruch und die Differenz zwischen Arm und Reich als Gegenstand von Machtverteilung etwas ist, das von der Politik zu lösen wäre oder nicht gerade das Begründungsmoment der Politik ist, den Kern der Politik ausmacht. Er diskutiert Menschenrechte, entwickelt Theorien der Demokratie und Differenz und präsentiert pädagogische Argumente bezüglich der Emanzipation des Denkens. In seiner ästhetischen Theorie untersucht er u.a. die Künste, den Widerstand und die Kritikalität der Künste.
Publikationen (Auswahl): «Der unwissende Lehrmeister. Fünf Lektionen über die intellektuelle Emanzipation»; «Die Namen der Geschichte»; «Das Unvernehmen»; «Die Aufteilung des Sinnlichen. Die Politik der Kunst und ihre Paradoxien»; «Das ästhetische Unbewusste»; «Der emanzipierte Zuschauer»; «Aisthesis. Vierzehn Szenen»; «Modern Times – Essays on Temporality in Art and Politics».

 

Daniel Oliver (*1981 in Wiltshire/UK, lebt in London/UK)

ist Performance-Künstler, Forscher und Lehrbeauftragter an der Queen Mary University in London. In seinen Performances untersucht er die Wirksamkeit von Awkwardness (Peinlichkeit, Unbeholfenheit und Ungeschicktheit) in zeitgenössisch partizipatorischen Performances. Er fokussiert sich auf Momente sozialer Awkwardness (Betretenheit und Schwerfälligkeit), einer DIY-Ästhetik und Störungen, die ihn zur Untersuchung von Neurodiversität und zeitgenössischer Performance führten. Oliver erklärt: «Die Neurodiversität annehmen, bedeutet die grosse Auswahl der Möglichkeiten emotionaler sowie kognitiver Erfahrungen und Beschreibungen der Welt zu zelebrieren, und nicht immer zu versuchen etwas zu «beheben» oder Weisen des Seins und Tuns abzuweisen, da sie allgemeinhin als Störung verstanden werden». Er präsentierte seine einzel- und kollaborativen Performance-Kunst-Projekte überall im Vereinten Königreich und seit 2013 international.
Präsentationen (Auswahl): Barbican, London; Steakhouse Live, Toynbee Studio; Duckie, Royal Vauxhall Tavern, London; Colchester Arts Centre; Norwich Art Centre; Reactor Halls, Primary, Nottingham; Live Art Bistro, Leeds; Lakeside Theatre, Essex University; Forest Fringe, Edinburgh; Zizek Studies Conferance, Cincinnati; Peopling the Palace, Queen Mary University of London, Poetry Library, London; Royal Festival Hall, London; Whitstable Biennale; Lewisham Arthouse, London;  Latitude Festival, Suffolk.

 

James Massiah (*1990 in Mitcham Süd-West London/UK)

ist Dichter und Musiker aus dem Süden Londons und kommuniziert seine Arbeit über The A & The E, einem philosophisch und künstlerischen Projekt, das 2012 gegründet wurde und Konzepte über Sexualität und Ethik durch Performance, Schreiben und visuelle Medien untersucht. Leidenschaftlich verrschiebt er die Grenzen von Dichtung und ermutigt seine Kolleg/innen die Kunstform weiter voranzutreiben, entweder durch das Annehmen von anspruchsvolleren Themen oder das Überdenken der Medien durch die Schriftsteller/innen und Performer/innen ihre Arbeit ausführen. Er produzierte für BBC, The Guardian, Britvic sowie Nike und kommt in Kampagnen für Levi’s, Selfridges und Dr Martins vor. James Massiah hat erfolgreich eine Nische für sich als vielseitiger und technisch versierter DJ bei NTS radio gefunden. Seine Sets beinhalten ein breites Spektrum von unterschiedlichen Tanzmusik-Stilen. Massiah hat mit Massive Attack für ihre Singe auf ihrer Single «Dear Friend» zusammengearbeitet.
Performances (Auswahl): Southbank Centre, London; Tate Modern, London; Queen Elizabeth Olympic Park, London; The Houses of Parliament, London; V&A Museum, London.