Thus I Spoke

Mit Dora Garcia (ES), Krõõt Juurak (EE), Cally Spooner (UK), Christodoulos Panayiotou (CY) und Adriana Lara (MX)

Kuratiert von Michelangelo Miccolis (IT)


THUS I SPOKE ist eine Performance-Reihe, in der Vorschläge von international bekannten und aufstrebenden Künstler/innen zusammengebracht werden. Charakteristisch an diesen Vorschlägen ist, dass die Präsenz der Künstler/innen selbst – oder eine Stellvertretung – die Arbeit aktiviert.

Die fünf Performances der Herbstsaison setzen nicht nur spezielle Mittel ein und nutzen verschiedenste Formate der Präsentation, sondern sie verzichten gleichzeitig auch auf eine spektakuläre und theatralische Inszenierung.

THUS I SPOKE widmet sich der Positionierung der Künstler/innen sowie des Publikums und untersucht somit auch die latenten Hierarchien, welche im Zentrum dieser wechselseitigen und andauernden Beziehung stehen. Zugleich betrachtet die Performance-Reihe die ständigen Verhandlungen innerhalb dieser Beziehung, die im Namen der Wissensvermittlung und der geteilten Erfahrungen ausgelöst werden.

«The Artist Without Works – A Guided Tour Around Nothing», 2008

photo © Fred Dott, 2016

Performance von Dora Garcia (ES), performt von Michelangelo Miccolis (IT) und Laura Sabel (DE)

02.09.2017, 19:30 / 21:30 / 00:00

«The Artist Without Works – A Guided Tour Around Nothing» ist eine Museumsführung über eine Künstlerin, die sich weigert etwas zu produzieren. Der Tour-Guide spricht zwar über die Künstlerin, vermittelt den Besucher/innen dabei jedoch keine wirklichen Informationen. So steht das Publikum mit leeren Händen da, denn alles Greifbare scheint aus dieser Situation ausgeschlossen zu sein. Die Arbeit der Künstlerin ist nicht mehr Bestandteil der Kunsterfahrung, weshalb man sich fragen kann: Was passiert, wenn das aktive Element aus der Gleichung entfernt wird?
Die Kunsterfahrung funktioniert nun wie ein chemisches Experiment, bei dem das aktive Element einer Substanz nur dadurch bestimmt werden kann, indem alle anderen Elemente eliminiert werden. Was passiert mit den Elementen die übrigbleiben: Das Museum als Kontext, die Erwartungen des Publikums, das anschliessende Urteil und andere ungeschriebene Regeln zeitgenössischer Kunst? Diese bisher unsichtbaren Elemente werden plötzlich sichtbar und gleichwertig nebeneinandergestellt, ohne dass ein Kunstwerk die Aufmerksamkeit ablenken würde. Ein unbehagliches Gefühl erfüllt den Raum, in dem die Abwesenheit von Kunst herrscht.

Präsentationen (Auswahl): Miami Art Basel (2008); 54ten Venedig Biennale (2011); Stedelijk SMBA, Amsterdam (2014); VERBO São Paulo (2016), Oslo Pilot (2016) und Hamburger Kunstverein (2016).

 

«The Place of the Grave», 2013Performance von/mit Krõõt Juurak (EE)12.09.2017, 20:00

Performance by/with Krõõt Juurak (EE)

12.09.2017, 20:00

Ein Mädchen spielte im Haus, als plötzlich das Grab zu ihm kam und sagte: «Kleines Mädchen, kleines Mädchen, Du kannst hier spielen, aber Du musst die Türen und Fenster schliessen.» Das Mädchen sagte «Ja» und spielte weiter. Dann kam das Grab ein zweites Mal und sagte: «Kleines Mädchen, kleines Mädchen, Du kannst hier spielen aber Du musst daran denken, die Türen und Fenster zu schliessen.» Das Mädchen sagte erneut «Ja» und spielte weiter. Das Grab kam ein drittes Mal zum Mädchen und sagte: «Kleines Mädchen, kleines Mädchen, Du kannst hier spielen aber Du musst daran denken, die Türen und Fenster zu schliessen.» Das Mädchen sagte «JA» und spielte weiter.

Präsentation (Auswahl): CAC Genf; PAF - Performing Art Forum St. Erme; Kunstverein Langenhagen.

«United in Stomach Flu, London Weeps: Excerpts from a Novel (or Possibly a Film Script) in Progress»

courtesy Cally Spooner and Serpentine Gallery, photo Lewis Ronald, 2017

Performance by/with Cally Spooner (UK)

10.10.2017, 20:00

Cally Spooner liest aus ihrem noch entstehenden Roman und streut einige ungeschriebene Gedanken aus dem Jahr 2017 über Zustände von Proben, Galileos Teleskop, arbeitslose Redenschreiber/innen, Schweiss, Scham, strukturierte Realität, Fake News, falsche Tränen und Outsourcing ein.
Präsentation (Auswahl): Serpentine Gallery, London.

«Dying On Stage», 2015,

Christodoulos Panayiotou rehearsing with Jean Capeille at Stromboli, Italy, 2015, © photo Giovanna Silva, 2015

Performance von Christodoulos Panayiotou (CY), mit Tänzer Jean Capeille (FR)

21.11.2017, 20:00
Dauer: 2Std.15Min.

Christodoulos Panayiotou’s Lecture-Performance «Dying On Stage» widmet sich der unmöglichen Darstellung von Tod im Theater. Als Ausgangspunkt dient Rudolf Nureyevs Choreographie des Balletts «La Bayadère» von 1992. Diese Aufführung war der letzte öffentliche Auftritt von Nureyev, bevor er einige Monate später starb. «Dying On Stage» erkundet verschiedene buchstäbliche, metaphorische und symbolische Tode, indem die vertrackte Beziehung zwischen Zuschauer/in, Darsteller/in und den Rollen selbst in der Handlung gefangen sind.Präsentationen (Auswahl): Stromboli Volcano Extravaganza (2015); Serpentine Gallery, London; Performa 15, New York; Onassis Foundation, Athen; CND (Centre National de la Dance).

«Untitled Speech – Cabaret Voltaire», Premiere

Performance von Adriana Lara (MX)

19.12.2017, 20:00

Adriana Lara wird für den letzten Abend der Reihe THUS I SPOKE eine neue und spezielle Performance entwickeln.