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JAKE & DINOS CHAPMAN

10.06. – 22.08.2010

Jake & Dinos Chapman
Die Dada Die


Wir freuen uns die Einzelausstellung Die Dada Die der Britischen Künstler Jake und Dinos Chapman
präsentieren zu dürfen. Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit mit der Triumph Galerie (Moskau) und RS&A Ltd (London).

In ihrer ersten Einzelausstellung in der Schweiz berühren Jake und Dinos Chapman mit ihren Fingerspitzen das Hirn von Dada. Sie erweisen dem Geburtsort von Dada die Ehre und machen den nächsten Schritt in Richtung 2016, dem 100 jährigen Jubiläum des Cabaret Voltaires. In ihrer neusten Arbeit präsentieren sie die „Rektifikation“ eines Bildes aus der Schule von Brueghel dem Jüngeren von 1607 und die „De-Dadaisierung“ von Dada in Collagen und Postkarten.

Diese zwei Komponenten der Ausstellung stehen in einem direkten Konflikt zueinander, einem Konflikt zwischen sehr billig und schnell produzierten, profanen Collagen und einem höchst konzentrierten und sublimen Eingriff in ein Werk, das mehr als 400 Jahre Geschichte in sich trägt. Diese radikale Simultaneität markiert die zwei Seiten von Dada sehr präzise. Wie die Dadaisten mit ihren Readymades, Collagen, bruitistischen und Lautgedichten nivellieren die Chapman Brüder hier das Sublime und das Profane.

Die profanen Collagen und Postkarten versuchen die Idee von Dada als einem Stil zu dekonstruieren, sie wollen Dada de-dadaisieren. Nach einer Recherche mit Jake und Dinos Chapman in der Dada Sammlung im Kunsthaus Zürich, realisierten sie, dass Dada nicht „rektifiziert“ werden kann. Das einzige, was sie heute mit Dada tun könnten, wäre es zu illustrieren oder es zu de-dadaisieren. Die Dada Dokumente haben zu einer Tilt-Situation geführt, welche Jake und Dinos Chapman Kopfschmerzen verursachte und sie dazu brachte zu sagen, dass Dada sterben müsse: Die Dada Die. Im Cabaret Voltaire selbst wurde den Kopfschmerzen Abhilfe getan, indem Jake und Dinos Chapman Dada Collagen machten. Und aus der Kur in Griechenland schicken sie Dada Postkarten, um in einer hyperaffirmativen Weise Feuer mit Feuer zu bekämpfen.

Die sublime Rektifikation eines original Brueghels von 1607 dagegen berührt weitere Dada-Themen. Zum einen wird die ikonoklastische Idee der Rektifikation mit der dadaistischen Dekonstruktion der Kultur parallelisiert. Zum anderen ist sie aber auch eine Entschuldigung für etwas anderes. Als Jake und Dinos Chapman an der Rektifikation der Hitler Aquarelle arbeiteten, haben sie von Zeit zu Zeit den Pinsel mit ihrem Mund zugespitzt und dabei feststellen müssen, dass sich nun der Speichel von Adolf Hitler mit ihrem mischt. Die Rektifikation ist ein äusserst radikaler und direkter Akt sich mit etwas Vergangenem in Verbindung zu setzen; In dem Fall mit etwas, das über 400 Jahre zurückliegt. Es ist fast so, als ob man selbst da sein kann, in dem Moment, in dem Brueghel das Bild malte. Durch diesen Akt wird das Bild zu einem direkten Zugang zu Geschichte. Dieser Akt der Rektifikation ist nicht einfach, er ist harte Arbeit. Das Brueghel Bild blieb mehr als ein Jahr im Atelier von Jake und Dinos Chapman stehen, bevor sie es wagten, es anzurühren. Dieser Moment scheint wie ein mystisches Ereignis an einem sehr einsamen Ort. Wie damals im Cabaret Voltaire, aus dem die Dadaisten, nachdem sie Teil davon waren und nicht genau wussten, was mit ihnen geschah, mit einem anderen Geisteszustand heraus kamen. Mit einer Rektifikation unseres Verhältnisses zu Kultur.

An der Vernissage wird Wine for Openings serviert, ein Kunstwerk und eine symbolische Geste des bulgarischen Künstlers Ivan Moudov.
Herzlichen Dank an die Triumph Galerie in Moskau und RS & A Ltd in London.

Pressetext (engl/deutsch)



ADRESSE und ÖFFNUNGSZEITEN cabaret voltaire Präsidialdepartement der Stadt Zürich